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DER VOGELHÄNDLER

DER VOGELHÄNDLER

DER VOGELHÄNDLER

Copyright © Seefestspiele Mörbisch

Operette in 3 Akten - Uraufführung: Wien 1891
Musik von Carl Zeller
Text von Moritz West und Ludwig Held


Die "Christl von der Post" sei "ein wenig rauh. Und stur: Der Postdienst, immer allein unterwegs. Und versprochen, einem Tiroler. Noch mehr unterwegs. Vogelhändler! Immer einer hinterm andern her. Aber g'fangt hat er's noch nicht!", beschreibt Bürgermeister Schneck dem fürstlichen Wild- und Waldmeister Baron von Weps die Protagonistin des Stücks und bietet sie ihm als Ehrenjungfrau für den Besuch des Fürsten Kahlenberg-Weidling an. Kurz zuvor hat der Baron schon ein gefärbtes Hausschwein als fürstliches Jagdobjekt akzeptiert; gegen eine hohe "Kaution", versteht sich, denn das Revier ist von den Dorfbewohnern leergewildert. Der Fürst erscheint jedoch nicht: er weicht einem Überraschungsbesuch seiner Frau Marie aus - pflegt er doch seine Jagdausflüge mit amourösen Abenteuern zu verbinden.

Das bringt Baron Weps in Schwierigkeiten; er braucht die "Kaution", um die horrenden Spiel-schulden seines Neffen, des Oberleutnant Graf Stanislaus von Woronsky, begleichen zu können. Deshalb müssen Bürgermeister Schneck und die Bevölkerung unbedingt in dem Glauben gehalten werden, der Fürst sei da. Also spielt Stanislaus den Fürsten im Pavillon, und die Christl wird verabredungsgemäß als Ehrenjungfer hineingeschickt. Sie nutzt die Gelegenheit und erbittet vom vermeintlichen Fürsten für ihren Vogelhändler Adam die Stelle eines Menagerie-direktors: Vielleicht würde er ja mit diesem Posten seßhaft, und ihre Liebe bekäme eine Chance. Da betritt die Fürstin Marie, als Landmädchen verkleidet, die Szene und begehrt Einlaß in den Pavillon. Stanislaus gelingt die Flucht. Adam zerreißt aus Eifersucht das Ernennungspapier und wendet sich Marie zu, die ihm ihrerseits Hoffnungen gemacht hat, wie er glaubt. Nachdem die wahre Identität Maries preisgegeben ist, herrschen Beschuldigungen, Verdächtigungen - Verwir-rung, die nur der Fürst lösen könnte; doch der ist in weiter Ferne...

Ein Stoff, aus dem "Gartenlauben"-Geschichten gemacht sind oder Schnitzler-Stücke oder - Operetten. Und eine solche ist dem Hof- und Ministerialrat im k. k. Unterichtsministerium und dilettierenden Komponisten Carl Zeller (1842-1898) in geradezu prototypischer Weise gelungen: eine, vielleicht die vollendete "Wiener" Operette. Da macht es gar nichts, daß er auf Anraten wohlmeinender Freunde die Handlung ins 18. Jahrhundert und in die Rheinpfalz verlegt (ein k. k. Sektionschef komponiert doch nicht!), daß er sein wunderbares Material ins Arrangier- und Instrumentationsbüro Ischpold gibt, um den opulenten Publikumsgeschmack seiner Zeitgenos-sen nur ja nicht zu verletzen - seine ureigenen Kompositionen haben überlebt: Die "Christl von der Post", das "Grüß' euch Gott, alle miteinander", die "Rosen in Tirol", die "Reputation", der Auftrittswalzer der Fürstin "Fröhlich Pfalz, Gott erhalt's", die herrlichen Ensembles und Szenen, der Volkston des "Ahndl"-G'stanzels, die reine Größe des "Kirschbaum"-Liedes.

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Operettendaten: Copyright © musik-theater
Text zur Handlung: Copyright © Staatstheater am Gärtnerplatz
Text Berabeitung: Andreas Brixler
Fotos: Copyright © Seefestspiele Mörbisch